20.07.1940 - Klick auf die Briefseiten öffnet grosse Bilder - der Text folgt hier ganz unten

20.7.40.

Liebe Eltern!
Voller Freude erhielt ich gestern Euren Brief vom 16.7., wofür ich mich recht herzlich bedanke.
Heute Vormittag bin ich in unserem Quartier, Falkenberg, mit meinem Rade angekommen. Sofort nach Ankunft der Truppe gegen 14.00 Uhr hab ich angefangen, diesen Brief zu schreiben. Ich sitze in der Turnhose in einem Garten. Das Wetter hat sich endlich wieder gebessert. Die Franzosen haben hier schwer gehaust. Wenn man sich die Maginot-Linie, die hier beginnt, betrachtet, muß man lachen, ob man will oder nicht.

In Nancy haben wir den Befehl bekommen, daß wir in den Raum von Saarbrücken verladen werden. Bis dahin haben wir noch einen Marsch. Aber wahrscheinlich bleiben wir noch zwei Tage hier in Falkenberg liegen. Und dann geht's ab in die Heimat!

Die Rede unseres Führers haben wir auf einem Strohboden gehört, wo wir unseren Apparat aufgestellt haben. Einige Elsässer waren auch bei uns. Wir waren alle begeistert! Und dann die Beförderungen!

Nun wird es wohl mit England nicht mehr lange dauern. Hoffen wir, daß alles so schnell wie möglich zu Ende geht. In der Hoffnung, daß wir uns bald wiedersehen, grüßt Euch zum letzten Mal aus Frankreich herzlichst Euer

Willi

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