Der Tod eines Soldaten im 2. Weltkrieg

Mein Onkel Karl-Heinz HOBOHM fiel 1941 im Alter von 20 Jahren in Russland...das war alles, was ich bis vor einigen Jahren wusste, bevor ich mein Hobby Familienforschung entdeckte. Hier möchte ich ein wenig über die Umstände seines Todes berichten - damit tue ich niemand mehr weh, denn alle Zeitgenossen sind schon lange verstorben. Dazu ein Tagebuchbericht meines Vaters und ein Kondolenzschreiben eines Verwandten, was vom Pathos der damaligen Zeit zeugt. Für mich ein Stück Zeitgeschichte.

Der Tagebucheintrag meines Vaters:

Mein Bruder Karl-Heinz ist am 21. Nov. 1941 im Osten gefallen, nordöstlich von Orel, auf der Strasse nach Tula. Er liegt vor der Strasse nach Luscha begraben. Er war nur 4 Wochen an der Front und immer voller Zuversicht, gesund zurückzukehren. Nach einem Vierteljahr Frontbewährung sollte er in die Heimat zurückkommen...

Der Kondolenzbrief an meinen Großvater:


Transskript:
Berlin-Neukölln, den 22.1.42
Liebe Familie Hobohm!
Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben einsetzt für seine Brüder - sein Vaterland - und wer sein Leben für das Vaterland gegeben, ist höchster Verehrung wert. In tiefer Ehrfurcht verbeuge ich mich vor dem Heldengrab Ihres braven Heldensohnes Karl-Heinz. Im Geiste drücke ich Ihnen beiden die Hand und spreche Ihnen innigstes Mitgefühl aus.

Ein sehr großes Opfer haben Sie auf den Altar des Vaterlandes legen müssen und kein menschlicher Trost kann Ihnen helfen, oder Ihr tiefes Leid abnehmen, aber ein Blick nach oben, nach dem Vater des Lichts, läßt das Herz ruhiger und friedvoller schlagen. Mir ist es in meinem Leben stets so ergangen, und ich habe Kraft gefunden, alles zu ertragen. Von Gott und zu Gott sind alle Wege und alle Werke. Diese Gewissheit läßt uns das Leben, wie es sich auch zeigen mag, leichter ertragen. Ihr lieber Sohn Heinz hat sein Höchstes für das Vaterland eingegeben und hat seinen treuen, ganzen Einsatz vollendet. Der Dank des Vaterlandes wird ihm gewiß sein. Wer den Tod im heil'gen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland.

Ihre Wünsche, lieber Kamerad Hobohm, werde ich erfüllen. Am 23.1. werde ich Nachricht geben. Gott tröste Sie in Ihrem großen Weh und sei mit Ihnen!

In großer Verehrung und mit innigen Grüßen
Ihr Emil Schulz und Frau.

Die Umstände seines Todes wurden mir von der ehemaligen WASt (Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutsche Wehrmacht, Berlin) bestätigt, genau so, wie es im Tagebuch meines Vaters steht. 

Walter Güßfeldt prägte das Ortsbild in Neuenhagen
Familienbilder - ein Gedicht

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